Wie Kinder schwimmen lernen

Über den Sommer hatte ich sehr viele Einzelstunden und Kurse mit Kindern ab drei Jahren. Immer wieder kamen dieselben Fragen und Themen:

  1. Ab welchem Alter sollen meine Kinder schwimmen lernen?
  2. Wie lange dauert es, bis sie schwimmen können?
  3. Wie kann ich meine Kinder beim Schwimmenlernen unterstützen?
  4. Sollte mein Kind nicht schon längst schwimmen können?

In diesem Blogbeitrag erkläre ich, wie mein Zugang dazu ist. Eine praktische Übersicht zur Kursauswahl in Mödling findest du außerdem in Schwimmkurs für Kinder in Mödling.

Im Wesentlichen geht es in drei Stufen

Die drei Stufen: Wassergewöhnung, Wasserbewältigung, richtig schwimmen

Wassergewöhnung

Bei der Wassergewöhnung geht es primär darum, eine positive Assoziation zum Wasser zu bekommen. Wasser soll Spaß und Freude machen. Spielen im Wasser in einer sicheren Umgebung ist dabei primäres Ziel und Inhalt. Das Wasser sollte also nur so tief sein, dass das Kind selbstständig ohne Schwimmhilfen darin sitzen, stehen und herumgehen kann. Wasserspielplätze und Kinderthermen bieten hier die perfekte Umgebung. Ziel der Wassergewöhnung ist, ohne Tauch- oder Schwimmbrille zu tauchen und das Wasser als Element zu begreifen, mit den Konzepten von Auftrieb und Vortrieb:

  1. Was schwimmt?
  2. Was geht unter?
  3. Gehe ich unter?
  4. Wie kann ich im Wasser schweben?
  5. Wie kann ich mich im Wasser bewegen?

Wassergewöhnung mag trivial erscheinen, ist aber eine wichtige Vorstufe, um Sicherheit und Bezug zum Wasser zu bekommen, damit in den weiteren Stufen wirklich schwimmen gelernt werden kann. Die Eltern sollen in dieser Phase begleiten: das Kind allein und ohne Schwimmhilfen spielen lassen und bei Bedarf sichern und unterstützen. Gerade in dieser Phase soll das Kind erfahren, dass es selbstständig im Wasser sein kann, ohne auf die Eltern angewiesen zu sein. Deshalb ist es aber wichtig, dass das Kind auf jeden Fall im Wasser stehen, idealerweise auch sitzen kann, ohne komplett unterzutauchen.

Wasserbewältigung

Nach der Wassergewöhnung und positiven Assoziation beginnen Kinder meist von selbst, erste Schwimmversuche zu unternehmen. Als Elternteil solltest du zwei Dinge verstehen:

  1. Kein Einsatz von Schwimmhilfen wie Schwimmflügerl, Schwimmscheiben oder Schwimmreifen: Das Kind möchte von sich aus schwimmen lernen. Dazu gehört auch eine richtige Wasserlage und selbstständiges Paddeln. Das geht aber nur, wenn es sich frei und unbehindert im Wasser bewegen kann. Schaffe also auch hier wieder die richtige Umgebung: Das Wasser ist so tief, dass die Kinder stehen können. Schwimmnudeln oder Schwimmbretter werden zur Verfügung gestellt, und die Kinder entscheiden selbst, ob und wie sie diese einsetzen wollen. Je sicherer sie werden, desto weniger greifen sie auf die Schwimmhilfen zurück und lassen sie irgendwann ganz weg. Hier können die Kinder auch tauchen üben: Sie lieben es meist, Gegenstände wie Tauchstäbe und Tauchringe heraufzuholen. Aber auch unter Schwimmnudeln oder durch Reifen zu tauchen macht ihnen Spaß und führt sie in Richtung Schwimmen.
  2. Keine Schwimmtechnik unterrichten: Bei der Wasserbewältigung geht es nicht um die korrekte Schwimmtechnik in einem der vier Stile, sondern nur darum, sich selbstständig sicher im Wasser bewegen zu können. Dazu gehört zuallererst die sichere Rückenlage im Wasser. Damit kann sich das Kind jederzeit und überall sicher über Wasser halten, egal ob es daheim in den Pool fällt, vom Schiff ins Wasser plumpst oder mitten am See die Kraft ausgeht. Im nächsten Schritt geht es dann um den Vortrieb im Wasser mit Armen und Beinen in Bauch- und Rückenlage. Die Kinder entdecken dabei selbstständig, wie sie sich am besten, schnellsten und einfachsten im Wasser bewegen können, und erlernen damit fast natürlich die korrekte Schwimmtechnik.

Wasserbewältigung: entspannte Wasserlage am Rücken bei Kindern

Wichtig für die Wasserbewältigung ist auch der richtige Einsatz von Schwimmbrillen: Keinesfalls sollten, vor allem in dieser Phase, Tauchmasken oder Taucherbrillen verwendet werden. Die Kinder lernen dabei nicht, beim Tauchen durch Mund und Nase auszuatmen, was aber für das spätere Schwimmen essenziell ist. Wer ausatmet, dem kommt auch kein Wasser in die Nase. Bei Kindern, die mit Taucherbrillen kommen, erlebe ich immer wieder, dass sie ohne Brille oder Nase-Zuhalten nicht tauchen oder schwimmen können und plötzlich ganz unsicher im Wasser werden. Auch bei der Wasserbewältigung geht es um Sicherheit und Kompetenz im Wasser: Wenn ein Kind ohne Schwimmbrille ins Wasser fällt, sollte es trotzdem schwimmen können. Die ersten Schwimm- und Tauchübungen sollten daher ohne Schwimmbrille erfolgen. Erst wenn das Kind ohne Brille sicher ist, kommt eine richtige und passende Schwimmbrille dazu.

Richtig schwimmen

Ab dem Volksschulalter sind Kinder geistig und körperlich so weit, auch die korrekte Schwimmtechnik zu erlernen. Richtig schwimmen ist, egal in welchem Stil, ein hochkomplexer Bewegungsablauf: Arme und Beine bewegen sich in unterschiedlichen Richtungen, gleichzeitig muss die Atmung bewältigt und das Medium Wasser durchdrungen werden. Schwimmen ist eine der Sportarten, die Kindern aufgrund ihrer Anforderungen viel Spaß macht und sie in ihrer Bewegungsentwicklung optimal fördert. Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit lassen sich damit gut trainieren, das bietet auch eine gute Basis für andere Sportarten.

Aus der Wassergewöhnung können die Kinder nun schon am Rücken im Wasser schwimmen und vielleicht auch schon in Bauchlage paddeln. Meist beherrschen sie auch schon den Rücken- und Kraulbeinschlag, den sie auf ganz natürliche Weise und instinktiv lernen. Dieser kann nun perfektioniert werden, dazu kommen die Arme. Wie international üblich, sollten Kinder die Schwimmstile in dieser Reihenfolge erlernen:

  1. Rückenschwimmen
  2. Kraulschwimmen
  3. Delfinschwimmen
  4. Brustschwimmen

Rückenschwimmen ist der einfachste Schwimmstil. Die Kinder haben nach der Wasserbewältigung schon eine gute Wasserlage, bleiben an der Wasseroberfläche, können den Rückenbeinschlag und müssen nun nur noch den richtigen Armzug dazu erlernen. Beim Rückenschwimmen gibt es auch keine Probleme mit der Atmung.

Im Anschluss kommt das Kraulschwimmen. Hier gibt es nur wenige Unterschiede zum Rückenschwimmen: Das Kind dreht sich auf den Bauch und nimmt die Atmung dazu. Nach wenigen Stunden können die Kinder meist auch problemlos eine Länge kraulen.

Delfinschwimmen hat ein ähnliches Bewegungsmuster wie Kraulen, Arme und Beine werden dabei aber gleichzeitig und parallel bewegt, nicht gegengleich. Durch die Wellenbewegung im Körper ist das auch eine gute Vorbereitung für das Brustschwimmen. Mermaid-Schwimmen bietet hierfür ebenfalls eine gute Basis.

Richtiges Brustschwimmen ist hochkomplex und wird deshalb erst als letzte Schwimmlage unterrichtet. Wer die anderen drei Lagen beherrscht, hat auch Brustschwimmen rasch gelernt.

Abhängig vom Kind kann der Aufbau aber auch anders aussehen. Manche Kinder sind natürliche Brustschwimmer, andere können kraulen, mögen Rückenschwimmen aber gar nicht. Hier sind Fingerspitzengefühl und Individualität gefragt, um jedes Kind richtig zu fördern. Die Basis dazu ist aber eine natürliche Bewegungsentwicklung über diese drei Stufen, damit das Kind nicht zu früh in ein Korsett gepresst wird.

Du willst dein Kind auf diesem Weg begleiten lassen? In unseren Schwimmkursen für Kinder und Einzelstunden arbeiten wir genau nach diesen drei Stufen. Welcher Kurs für dein Kind in Mödling konkret passt, erfährst du in Schwimmkurs für Kinder in Mödling: Was Eltern vor der Anmeldung wissen sollten.

Für Erwachsene gilt derselbe Aufbau – mehr dazu in Schwimmen lernen als Erwachsener.

Du bist selbst erwachsen und unsicher im Wasser? Hier entlang.

Schwimmkurse für Kinder

Kurse für Jugendliche und Erwachsene

Einzelstunden

Withdrawal of Contract